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Zur geologischen Entstehung des Taunus:

Der Taunus, dessen höchste Erhebungen der Große Feldberg mit 880 Meter, der  Altkönig mit 798ÿMeter  und die Hohe Wurzel  mit  618 Meter über N.N. sind, ist der südöstlichste Eckpfeiler des Rheinischen Schiefergebirges. Er wird begrenzt von Rhein, Lahn, Wetterau und Main.

In diesem so abgegrenzten Teil des Rheinischen Schiefergebirges sind morphologisch recht unterschiedliche Teilräume zusammengefasst. Unterteilt wird in Main-Taunus-Vorland, dann jeweils nördlich anschließend der Vortaunus, der Hochtaunus und im Westen der Hintertaunus.

Der Taunus ist ein deutsches Mittelgebirge und hat deren typischen Reliefformen: verebnete Hochflächen mit tief eingeschnittenen Tälern. Dieses Relief ist nicht aus rezenten Klimabedingungen zu erklären. Wir müssen das Klima und die Reliefgeschichte rekonstruieren.

Der Taunus als Teil des Rheinischen Schiefergebirges ist eine Aufwölbung, die vor rund 300 Millionen Jahren im Devonzeitalter (Samenpflanzen) aus einem von einem Meer bedeckten Gebiet hervortrat. Er ist also älter als die Alpen und war ursprünglich wesentlich höher. Damals und später bei der alpiden Gebirgsbildung, in der die Alpen gehoben wurden, bildeten sich etliche Spalten und Brüche, die parallel zur Hauptrandverwerfung lagen. Sie füllten sich mit Mineral-Neubildungen, wie z. B. Quarz, auf. Meist treten an den Schnittstellen von den Spalten und Querspalten warme Quellen aus, die reich an Salzen und Kohlensäure sind. Die Kohlensäure ist vulkanischen Ursprungs.

Im Tertiär (Säugetiere) herrschte in Mitteleuropa ein feucht-warmes Klima, es kam zu einer intensiven chemischen Verwitterung und damit zu einer enormen Aufbereitung des Gesteins. Aufgrund der häufigen und heftigen Niederschläge wurde das so entstandene Feinmaterial flächenhaft verspült. Begünstigt wurde diese Abspülung durch die savannenartige Vegetation, die im Tertiär in diesem Gebiet herrschte. So wurde das Material nicht von den Wurzeln festgehalten und konnte flächenhaft abgetragen werden.

Im Pleistozän (Eiszeit, 2,5 Mio. -  9000 v.Chr.) kam es zu einem häufigen Wechsel zwischen Warm- und Kaltzeiten. Die jüngste Warmzeit, das Holozän, setzte vor circa 12.000 Jahren ein. Während des Pleistozän kam es zu tiefen Einschneidungen der Flächen.

In den vier Kaltzeiten war die mittlere Jahrestemperatur etwa 4-7 °C tiefer als heute. Das bedeutet, daß zum Beispiel die mittlere Jahrestemperatur Frankfurts/M, die heute bei 8,4 °C liegt, damals circa 1,4 - 4,4 °C betrug.

Fünf bis sieben Monate des Jahres war der Boden vollständig gefroren, fünf bis sieben Monate taute er, da die Temperatur über 0 °C lag, bis zu einem Meter tief auf. Darunter befand sich Dauerfrostboden.

In den Sommermonaten bestand dieser Auftauboden aus einer breiigen, mit Wasser übersättigten Masse, die höchst umlagerungsfähig war.

Durch den häufigen Frostwechsel kam es zu einer starken Frostverwitterung. So wurde viel Schuttmaterial produziert. Wegen des in ein Meter Tiefe gefrorenen Bodens konnte das Wasser nicht einsickern, es floss an der Oberfläche ab. Dadurch kam es zum Bodenfließen, der Solifluktion. Das Wasser fließt an der Bodenoberfläche ab und schwemmt die Steine in einer zähflüssigen Masse mit. Im Laufe der Jahre wandern sie den Hang abwärts ins Tal. Die so gebildeten Schuttdecken, bei dessen Wanderung es zu großer Erosion kommt, sind typisch für Mittelgebirge.

Am Ende der Kaltzeiten (ca. 4000 v.Chr.) kam es zu stärksten Tiefenerosion. Die stark angeschwollenen Flüsse transportierten das grobe Schuttmaterial, dass den Flußboden tiefer legte. So kam es zu den tief eingeschnittenen, für Mitteleuropa typischen Tälern.

Heute findet man den Schutt auf den Mainterrassen als gerundeten Schotter.


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